{"id":1067,"date":"2020-05-12T09:24:28","date_gmt":"2020-05-12T09:24:28","guid":{"rendered":"https:\/\/sonntagsblatt.it\/de\/?page_id=1067"},"modified":"2025-10-01T09:17:41","modified_gmt":"2025-10-01T09:17:41","slug":"aktuelles-1","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/sonntagsblatt.it\/de\/aktuelles-1\/","title":{"rendered":"Aktuelles"},"content":{"rendered":"<div class=\"layout\">\r\n    <div class=\"sunday--layout\"> \r\n            <div class=\"sunday--title\">\r\n                <h1 class=\"team--title\">Synodalit\u00e4t als Haltung leben <\/h1>\r\n                <h2>Die Ausf\u00fchrungen von Bischof Ivo Muser bei der Pastoraltagung <\/h2>\r\n            <\/div> \r\n        <\/div>\r\n    <div>\r\n        <img decoding=\"async\" class=\"sunday--image\" src=\"https:\/\/sonntagsblatt.it\/wp-content\/uploads\/2025\/10\/Web-250919-Pastoraltagung-2025-4.jpg\" alt=\"\" \/>\r\n        <div class=\"sunday\">\r\n\r\n        <p><h3>Stellungnahme zu Beginn der Tagung am Freitag, 19. September<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>M\u00fcsste heute das kirchliche \u201eWort des Jahres\u201c gek\u00fcrt werden, dann w\u00e4re es zweifellos das Wort \u201eSynodalit\u00e4t\u201c. Es ist das Verm\u00e4chtnis von Papst Franziskus, das nun Papst Leo XIV. weitertragen wird. Wenn wir in die Geschichte der Kirche schauen, d\u00fcrfen wir getrost sagen: Synodalit\u00e4t ist nicht eine momentane Mode. Wir feiern heuer die 1.700 Jahre seit dem Konzil von Niz\u00e4a. Allein ein Blick auf diesen historischen Moment, auf dieses herausragende Ereignis der Kirchengeschichte zeigt, dass Synodalit\u00e4t ein Wesenszug der Kirche ist. Als im Streit um die arianischen Lehren die Einheit der Kirche bedroht war, gab das Konzil von Niz\u00e4a 325 n.Chr. mit seinem Christusbekenntnis nicht nur den entscheidenden Inhalt des christlichen Glaubens, sondern auch eine Methode vor: zusammenkommen, gemeinsam vorangehen, gemeinsam einen Weg suchen und festlegen. Synodalit\u00e4t geh\u00f6rt zum Wesen der Kirche und gerade die gro\u00dfen Orientierungspunkte der Kirchengeschichte, die Konzilien, sind synodale Momente. Papst Franziskus erinnerte deshalb gern an ein Wort des Hl. Johannes Chrysostomus: \u201eKirche und Synode sind Synonyme\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Synodalit\u00e4t leben: darum geht es bei unserer Pastoraltagung. Jahr f\u00fcr Jahr ist sie eine Gelegenheit, zusammenzukommen, in Austausch zu treten, Beziehungen zu kn\u00fcpfen, die di\u00f6zesane Gemeinschaft zu erleben. Das lebendige Netz der Beziehungen ist wesentlich f\u00fcr die Synodalit\u00e4t, auf allen Ebenen. Ich freue mich deshalb, dass Sie jetzt hier sind und danke allen, die in den kommenden eineinhalb Tagen an unserer Tagung teilnehmen werden. Ich danke den Referentinnen und Referenten f\u00fcr die weite Anreise und die M\u00fche der Vorbereitung und genauso dem Seelsorgeamt und dem Team der Cusanus-Akademie f\u00fcr die Planung und Organisation. Ich freue mich, wenn wir am Ende gest\u00e4rkt und ermutigt nach Hause gehen und mit erneuerter Freude und Hoffnung zum Dienst in unseren Gemeinschaften zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unsere heurige Tagung ist gepr\u00e4gt von den Ereignissen und Diskussionen rund um meine Entscheidung, don Giorgio Carli als Aushilfsseelsorger in der Seelsorgeeinheit im Oberen Pustertal einzusetzen. Die Reaktionen, die Bedenken, die Kritik und die \u00c4ngste, die diese Entscheidung ausgel\u00f6st hat, habe ich falsch eingesch\u00e4tzt, zu wenig mitbedacht und viel zu wenig ber\u00fccksichtigt. Es sind Fehler passiert, sowohl in der pers\u00f6nlichen Einsch\u00e4tzung des Falls als auch in den strukturellen Abl\u00e4ufen am bisch\u00f6flichen Ordinariat. Daf\u00fcr \u00fcbernehme ich die Verantwortung und ich bitte um Vergebung, wenn dadurch Missverst\u00e4ndnisse, Polarisierungen und Verletzungen entstanden sind. Besonders bedauere ich, wenn sich durch diese Entscheidung Missbrauchsopfer verletzt gef\u00fchlt haben und wenn unser m\u00fchsamer und von vielen mitgetragener Prozess der Aufarbeitung und der Pr\u00e4vention an Glaubw\u00fcrdigkeit und Schwung verloren hat. Das war in keiner Phase dieser Entscheidung gewollt. Ganz im Gegenteil: Ich stehe hinter dem Aufarbeitungsprozess, den wir in unserer Di\u00f6zese gemeinsam und auf dem Hintergrund des Ringens um einen guten, verantworteten Weg begonnen haben. F\u00fcr viele von uns ist dieser Mentalit\u00e4ts- und Kulturwandel nicht leicht \u2013 auch f\u00fcr mich nicht. Aber wir haben begonnen \u2013 und daf\u00fcr danke ich allen, die ihren Beitrag dazu geleistet haben. Es braucht viele, es braucht uns alle, um diesen Weg weiterzugehen \u2013 nicht zuletzt die Menschen, die Missbrauch erfahren und durchlitten haben.<\/p>\n<p>Im konkreten Fall habe ich mich an den Empfehlungen der Expertenkommission orientiert, die eingesetzt wurde und die auch nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt hat. Ich habe an eine schwierige L\u00f6sung in diesem komplexen Fall geglaubt und erkenne die Fehler, die gemacht wurden. Wir sind bereits dabei, diesen Fehlern mithilfe externer Beratung auf den Grund zu gehen und werden daraus Konsequenzen ziehen, die wir auch kommunizieren werden. Der M\u00fcnchner Rechtsanwalt Dr. Ulrich Wastl, der bereits das Gutachten zum sexuellen Missbrauch in der Di\u00f6zese Bozen-Brixen federf\u00fchrend erstellt hat, wird gemeinsam mit weiteren unabh\u00e4ngigen Fachpersonen die letzten Entscheidungsprozesse analysieren. Die Ergebnisse sollen bis Ende Oktober vorliegen. Die Arbeiten erfolgen auf Wunsch von Dr. Wastl und seinem Team unter Ausschluss der \u00d6ffentlichkeit, um eine ruhige, konzentrierte Arbeitsweise zu erm\u00f6glichen. Die Konsequenzen werden in die Kurienreform und in den Transformationsprozess des Projektes &#8222;Mut zum Hinsehen&#8220; eingearbeitet.<\/p>\n<p>Ich werde zu diesem aktuellen Thema in meinem Beitrag morgen Vormittag noch eingehender Stellung nehmen. Eines m\u00f6chte ich vorausschicken: Aufarbeitung und Pr\u00e4vention von Missbrauch und das Tagungsthema \u201eSynodalit\u00e4t\u201c h\u00e4ngen eng zusammen. Missbrauch und dessen Vertuschung sind das Ergebnis eines falschen Verst\u00e4ndnisses und einer falschen Aus\u00fcbung von Macht und Autorit\u00e4t. Vor diesem Hintergrund betrifft die Erneuerung der Kirche unter dem Stichwort der Synodalit\u00e4t nicht einen isolierten Bereich des kirchlichen Handelns, sondern zielt auf eine grundlegende Neuausrichtung der kirchlichen Kultur, die mich als Bischof und uns alle als Ortskirche und als Weltkirche herausfordern. Es braucht uns alle \u2013 und zwar nicht gegeneinander, sondern miteinander, auf den unterschiedlichen Ebenen von Kirche und Gesellschaft. Das Gegeneinander wird uns auch nicht weiterbringen auf dem Weg, den wir alle wollen und um den es geht: Aufarbeitung und Pr\u00e4vention an der Seite jener Menschen unter uns, die Missbrauch erfahren haben. Papst Franziskus schrieb in seinem Brief an das Volk Gottes: Gott \u201eweckt unser Gewissen, unsere Solidarit\u00e4t und unseren Einsatz f\u00fcr eine Kultur des Schutzes und des \u201eNie wieder\u201c gegen\u00fcber jeder Art und jeder Form von Missbrauch. Es ist unm\u00f6glich, sich eine Umkehr des kirchlichen Handelns vorzustellen ohne die aktive Teilnahme aller Glieder des Volkes Gottes.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eSynodalit\u00e4t\u201c, so lesen wir im Abschlussdokument der Weltsynode, ist \u201eein Weg der geistlichen Erneuerung und der Strukturreform, der es der Kirche erm\u00f6glicht, partizipativer und missionarischer zu sein, damit sie mit jedem Mann und jeder Frau auf dem Weg sein und das Licht Christi ausstrahlen kann\u201c(28). Dieser Weg ist mit der Weltsynode gerade erst er\u00f6ffnet. Pointiert k\u00f6nnte man sagen, dass am Ende der Synode kein \u201eAbschlussdokument\u201c steht, sondern ein \u201eStartschuss-Dokument\u201c. Der Weg der Synodalit\u00e4t hat begonnen und muss nun konsequent beschritten werden. Eine erste Phase der Umsetzung soll in einem Zyklus von drei Jahren erfolgen. F\u00fcr uns ist diese Pastoraltagung ein Schritt in diese Richtung und weitere werden folgen. Dabei k\u00f6nnen wir bereits auf einen langen Weg aufbauen, nicht zuletzt auf die Erfahrungen, die wir seit der Di\u00f6zesansynode sammeln konnten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Indem wir den begonnenen Weg in Gemeinschaft mit der weltweiten Kirche weitergehen, erf\u00fcllen wir gemeinsam den Auftrag Christi: Er sendet uns zu den Menschen, besonders zu jenen, die verletzlich am Rande von Kirche und Gesellschaft stehen. Wir sind eine synodale Kirche, wenn alle Getauften durch ihren je eigenen Beitrag gemeinsam an der Sendung teilhaben, die Christus uns anvertraut hat. Synodalit\u00e4t ist keine Nabelschau, sondern Auftrag f\u00fcr den Frieden Christi in der Welt. Christus beruft uns, Zeichen unter den V\u00f6lkern zu sein und die synodale Erneuerung der Beziehungen und Strukturen innerhalb der Kirche dient diesem Auftrag (vgl. Abschlussdokument, 47). Mit Freude und Hoffnung d\u00fcrfen wir Synodalit\u00e4t leben, miteinander vorangehen, im Glauben Gemeinschaft gestalten: Zeugnis von der Liebe und dem Frieden Gottes unter den Menschen geben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Impulsreferat am Samstag, 20. September<\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mein Impulsvortrag bei der Pastoraltagung entsteht jedes Jahr schon im Sommer in Zusammenarbeit mit engen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und geht auf die l\u00e4ngerfristigen Themen und Entwicklungen ein, an denen wir gerade arbeiten. So habe ich f\u00fcr diese Tagung einen Beitrag erarbeitet, der das Zukunftsbild aufgreift und vertieft, das ich hier, von dieser Stelle aus, vor zwei Jahren vorgestellt habe. Ich habe mir \u00fcberlegt, ob ich diesen Beitrag aufgrund der aktuellen Situation v\u00f6llig umschreiben soll. Schlie\u00dflich habe ich mich daf\u00fcr entschieden, beim vorbereiteten Thema zu bleiben und diesem eine Stellungnahme zu den aktuellen Fragen rund um den Umgang mit Missbrauch in unserer Kirche voranzustellen. Es gibt, wie ich gestern schon angesprochen habe, ein inneres Verh\u00e4ltnis zwischen der Aufarbeitung und Pr\u00e4vention von Missbrauch und der Synodalit\u00e4t in der Kirche. Ich werde darum zun\u00e4chst zur aktuellen Situation Stellung nehmen und danach auf das vorbereitete Thema kommen.<\/p>\n<p><strong>Stellungnahme zum Umgang mit Missbrauch<\/strong><\/p>\n<p>In den vergangenen Wochen ist deutlich geworden, dass Entscheidungen Menschen verletzt haben, die Schutz, Sicherheit und Geh\u00f6r erwartet haben. Schon im Januar, bei der Ver\u00f6ffentlichung des Missbrauchsgutachtens, haben wir Fehler eingestanden \u2013 und wir wussten, wie wichtig es ist, daraus zu lernen. Es sind wieder Fehler geschehen. Ich verstehe, dass das viele entt\u00e4uscht und belastet: Ich denke besonders an die Menschen, die mit der schweren Wunde des Missbrauchs leben m\u00fcssen. W chir alle sind betroffen! Auch in diesem Zusammenhang muss gelten, was der Apostel Paulus in seinem ersten Brief an die Christengemeinde in Korinth geschrieben hat: \u201eWenn ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit; wenn ein Glied geehrt wird, freuen sich alle Glieder mit\u201c (1 Kor 12, 26).<\/p>\n<p>Als Letztverantwortlicher \u00fcbernehme ich die Verantwortung daf\u00fcr, dass Abl\u00e4ufe und Entscheidungen Menschen verletzt oder verunsichert haben. Ich bedauere jeden Moment, in dem unsere Kirche nicht der Ort war, an dem Verletzte Schutz und Geh\u00f6r fanden, ihr Vertrauen in die Kirche ersch\u00fcttert und wo in unseren eigenen Reihen der Glaubw\u00fcrdigkeit unserer Arbeit geschadet wurde.<\/p>\n<p>Es gibt in dieser Situation eine pers\u00f6nliche Verantwortung, die ich als Bischof tragen muss und will. Zugleich wei\u00df ich: Heilung, Lernen und Umkehr sind nur m\u00f6glich, wenn wir uns gemeinsam auf diesen Weg machen und uns dabei helfen. Ob wir in der Spur Christi sind, zeigt sich vor allem, wie wir in schwierigen und leidvollen Situationen miteinander umgehen. Miteinander \u2013 oder anders gesagt: synodal, gemeinsam auf dem Weg. Noch nie in den vergangenen 14 Jahren haben mir so viele Menschen das gezeigt, ausgedr\u00fcckt und vermittelt, wie in diesen Tagen. Daf\u00fcr bin ich sehr dankbar.<\/p>\n<p>Ich danke allen, die mithelfen, dass wir als Kirche aus den Fehlern lernen und glaubhaft die Konsequenzen ziehen, um unsere kirchliche Gemeinschaft zu einem sichereren Ort f\u00fcr Kinder und Jugendliche zu machen und um unsere pers\u00f6nliche und gemeinschaftliche Verantwortung ernst zu nehmen. Die vielen R\u00fcckmeldungen und medialen Reaktionen deute ich als erh\u00f6hte Sorge, Wachsamkeit und Zivilcourage, wenn es um den Schutz der Schw\u00e4chsten unserer Gesellschaft geht.<\/p>\n<p>Das Missbrauchsgutachten, das im Januar ver\u00f6ffentlicht wurde, ist in dieser Situation ein wichtiges Instrument. Es hat alle Fakten auf den Tisch gelegt. Es hat einen \u00f6ffentlichen Wissensstand geschaffen und eine Linie gezogen, hinter die wir nicht mehr zur\u00fcckk\u00f6nnen und auch nicht wollen. Das Gutachten ist damit kein abgeschlossener R\u00fcckblick \u2013 es ist ein Werkzeug f\u00fcr Gegenwart und Zukunft, das uns hilft und mahnt, verantwortungsvoll zu handeln &#8211; den Betroffenen nahe und der Wahrheit verpflichtet.<\/p>\n<p>Deshalb ist der n\u00e4chste und unmittelbar anstehende Schritt, dass die Dynamiken und Einflussfaktoren, wie es zur Ernennung von don Giorgio Carli und dann zur R\u00fccknahme dieser Ernennung gekommen ist, analysiert und aufgekl\u00e4rt werden. Externe Fachleute werden die Abl\u00e4ufe pr\u00fcfen und benennen, wo Fehler passiert sind. Sie werden konkrete Ma\u00dfnahmen daraus ableiten, die verhindern sollen, dass sich \u00c4hnliches wiederholt. Die erarbeiteten Ma\u00dfnahmen werden dann sowohl im Prozess der Kurienreform als auch im Transformationsprozess des Projektes &#8222;Mut zum Hinsehen&#8220; auf allen Ebenen und in allen Bereichen eingebracht und umgesetzt.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df, dass Vertrauen verloren gegangen ist. Vertrauen kann niemand fordern, um Vertrauen kann man nur bitten. Worte allein gen\u00fcgen nicht, es ist unser Handeln, das zeigen muss, dass wir unsere Verantwortung ernst nehmen. Jede und jeder von uns kann dazu beitragen. Wir wollen aus den Fehlern lernen und durch konsequente, transparente Schritte die notwendigen Strukturen ver\u00e4ndern, um Schutz und Sicherheit von Minderj\u00e4hrigen und Schutzbefohlenen zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p>Ich bitte Sie, mich auf diesem Weg zu begleiten und mir und meinen Mitarbeitenden Ihre Erfahrungen und R\u00fcckmeldungen mitzuteilen. Schritt f\u00fcr Schritt, auch im Eingestehen von R\u00fcckschl\u00e4gen und Fehlern, wollen wir aus der Situation lernen und die Verantwortung ernstnehmen, die uns als Kirche aufgetragen ist, um in der Spur Jesu zu bleiben. Um diese Spur geht es \u2013 auch in diesem schwierigen und leidvollen Ringen bei der Aufarbeitung einer besch\u00e4menden und erniedrigenden Realit\u00e4t, die es in Kirche und auf allen Ebenen des famili\u00e4ren und gesellschaftlichen Lebens gibt \u2013 fr\u00fcher und leider auch heute.<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mit Freude und Hoffnung: Synodalit\u00e4t leben.<\/strong><\/p>\n<p>Vor zwei Jahren, bei der Pastoraltagung 2023, habe ich ein Zukunftsbild vorgestellt. Es ist eine Vision, die als Frucht des synodalen Weges in unserer Di\u00f6zese entstanden ist und zugleich eine Anregung sein will, mit Freude und Hoffnung den Weg der Synodalit\u00e4t weiterzugehen. Noch im selben Arbeitsjahr habe ich im Hirtenbrief zur Fastenzeit einen ersten Aspekt dieser Leitgedanken vertieft und schlie\u00dflich haben wir bei der Pastoraltagung 2024 einen zweiten Aspekt aufgegriffen. Heute m\u00f6chte ich mit Ihnen einen dritten Themenkreis vertiefen, um auf dem Weg zu einer synodaleren Kirche weiterzugehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich lade Sie ein, dieses Zukunftsbild wieder in die Hand zu nehmen und daran zu arbeiten. Es ist ein Bild, das im Gro\u00dfen und Ganzen zu sehen ist, gerade wenn wir Schritt f\u00fcr Schritt einzelne Aspekte herausgreifen und vertiefen. Alles beginnt mit der dem\u00fctigen Annahme der Realit\u00e4t. Wir sind kleiner, bescheidener und machtloser geworden. Damit verbunden aber ist die Hoffnung, dass Christus uns genau in dieser unserer Wirklichkeit begegnet, sich in ihr finden l\u00e4sst, sie uns als Aufgabe anvertraut.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Er hat uns geliebt<\/strong><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Am Anfang steht kein Strukturplan, keine Reformagenda, kein Projekt. Am Anfang steht ein Blick: der Blick des Herrn auf jede und jeden von uns. \u201eEr hat uns geliebt\u201c \u2013 <em>Dilexit nos<\/em>. Aus dieser Liebe Jesu zu uns erw\u00e4chst alles: unsere Sendung, unsere Gemeinschaft, unser Dienst. Papst Franziskus sagt in seinem Schreiben \u201eDilexit nos\u201c: \u201eIm selben Augenblick, in dem uns das Herz Christi zum Vater f\u00fchrt, sendet es uns zu unseren Br\u00fcdern und Schwestern.\u201c (Nr. 163) Am Anfang steht der Blick Christi, der uns ansieht und unser Leben in seiner Verletzlichkeit sieht. Dabei geht es keineswegs zuerst um die Not der Kirche, sondern um die Not der Menschen. Den Menschen in ihrer Verletzlichkeit gilt Gottes liebevolle Zuwendung in Christus, gerade jenen, die am Rande der Kirche und der Gesellschaft stehen. Wir als Kirche stehen im Dienst dieser Liebe, als deren Zeuginnen und Zeugen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir haben dies in der Pastoraltagung 2024 thematisiert, mit dem sch\u00f6nen Slogan von Papst Franziskus: alle, alle, alle! Aus der Erfahrung der bedingungslosen Liebe, aus der pers\u00f6nlichen und gemeinschaftlichen Beziehung zum Herzen Jesu, um es mit der Enzyklika \u201eDilexit nos\u201c von Papst Franziskus zu sagen, entsteht die Sendung der Kirche, die frohe Botschaft zu verk\u00fcnden. Es ist eine Sendung, die aus der Freude am Evangelium entsteht, ihre nat\u00fcrliche Folge ist. Als Christinnen und Christen sind wir gesandt, den liebevollen Blick Christi allen Menschen zu bezeugen, um seine Frohbotschaft der Liebe, die den Tod \u00fcberwindet, weiterzutragen. Unsere Aufgabe ist eine Beziehungsaufgabe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Synodalit\u00e4t ist Beziehung<\/strong><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Ich komme damit zum diesj\u00e4hrigen Schwerpunkt in der Gedankenlinie der Vision 2038: wir sind stark in Beziehung. Das Abschlussdokument der Weltsynode unterstreicht: Kennzeichen einer synodalen Kirche ist, dass sie Raum f\u00fcr bl\u00fchende zwischenmenschliche Beziehungen bietet (Nr. 34). Diese Beziehungen sind die erste und wichtigste Form des Zeugnisses, weil echte, gelingende Beziehung den tiefsten Bed\u00fcrfnissen jedes Menschen entspricht. (Nr. 48). Kirche lebt aus Beziehung: Das unterscheidet eine lebendige Gemeinschaft der Glaubenden von einer Versammlung der Funktionierenden. Diese Erfahrung wird im Abschlusspapier der Synode anschaulich beschrieben: \u201eVor allem aber haben wir erfahren, dass es die Beziehungen sind, die die Lebendigkeit der Kirche erhalten und ihre Strukturen beleben: eine synodale Kirche der Sendung muss das eine und das andere erneuern.\u201c (Nr. 49) Um eine synodale Kirche zu sein, braucht es eine echte Umkehr hinein in die Beziehung (Nr. 50), aber zugleich eine Reform der Strukturen, denn Beziehung und Institution sind keine Gegens\u00e4tze, sondern Pole, die eng aufeinander bezogen sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Beziehung braucht Strukturen<\/strong><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Starke Beziehungen sind gekennzeichnet von Verl\u00e4sslichkeit, von Klarheit und Dauer. Darum sind Institutionen wichtig f\u00fcr Beziehungen. Denn Beziehungen sind immer auch verletzlich und brauchen einen Rahmen, der sie st\u00fctzt und tr\u00e4gt. Strukturen und Institutionen sind dazu da, verl\u00e4ssliche Beziehungen zu gestalten. Sie verbriefen den Auftrag, die Verpflichtungen und Verbindlichkeiten, die aus der Beziehung entstehen und ihr dienen. So dienen auch die kirchlichen Institutionen der Beziehung: zwischen Gott und den Menschen und der Menschen untereinander. Dies ist auch der Grund, warum Institution und Beziehung nicht gegeneinander ausgespielt werden d\u00fcrfen. Immer wieder hat es in der Kirchengeschichte diese Debatte gegeben, und sie taucht auch heute immer wieder auf. Wenn von institutionellen Reformen die Rede ist, dann ist oft schnell die Frage da, ob nicht das Gebet und die Sendung zu den Menschen wichtiger sei als die Institution. Wahr ist, dass es beides braucht, aber mit einer Priorit\u00e4t: die Beziehung zu Gott und unter den Menschen ist das Gut, auf das die Institution hin geordnet ist und auf das hin sie immer wieder reformiert und ver\u00e4ndert werden muss. Immer wieder hat sich in der Geschichte das gesellschaftlich-kulturelle Koordinatensystem ver\u00e4ndert, und immer wieder wurden in diesem Zuge die Strukturen und Institutionen reformiert, um den Beziehungsauftrag der Kirche zu f\u00f6rdern und zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Strukturen m\u00fcssen dem Wandel der Beziehungen folgen<\/strong><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Genau das passiert auch heute. Das kulturelle Koordinatensystem durchl\u00e4uft massive Ver\u00e4nderungen, sodass die Institutionen, die wir von unseren Vorg\u00e4ngern \u00fcbernommen haben, zum Teil nicht mehr tragen. Sie wurden geschaffen, um die Beziehungen in einer hierarchisch gegliederten Volkskirche zu organisieren, in einem Umfeld, das von ebenso hierarchischen Gesellschaftsstrukturen und festen Traditionen gepr\u00e4gt war, wo Kirche und politisch-kulturelles Leben mit gro\u00dfer Selbstverst\u00e4ndlichkeit ineinandergriffen. Unsere Pfarreien sind entstanden, um ein nahezu uneingeschr\u00e4nkt christliches Territorium zu organisieren und zu versorgen. Sie sind nicht f\u00fcr die Mission gemacht. Ebenso ist das bisch\u00f6fliche Ordinariat aufgebaut worden, um die bestens mit Priestern versorgten Pfarreien zu organisieren, zu unterst\u00fctzen und zu reglementieren. Aber diese Realit\u00e4t, auf die unsere Institutionen ausgerichtet sind, gibt es nicht mehr. Die S\u00e4kularisierung hat die Rahmenbedingungen radikal ver\u00e4ndert, unter denen wir heute unseren Dienst als Kirche erf\u00fcllen. Die Beziehungen haben sich ver\u00e4ndert und sie ver\u00e4ndern sich weiter in einem rasanten Tempo. Und zu einem nicht unbedeutenden Teil sind es Beziehungen, die wir erst aufbauen und neu kennenlernen und entdecken m\u00fcssen. Darum m\u00fcssen sich unsere Institutionen ver\u00e4ndern: die Pfarreien, die Seelsorgeeinheiten, die Dekanate und nicht zuletzt auch das bisch\u00f6fliche Ordinariat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Strukturreformen synodal gestalten<\/strong><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Das synodale Verst\u00e4ndnis der Kirche hilft uns in der Wahl der Methode f\u00fcr diese Reformen. Im hierarchischen Kirchenbild, aus dem wir alle stammen, w\u00fcrde eine Reform von oben erwartet, bestenfalls eingebettet in einen partizipativen Prozess, aber jedenfalls mit dem Ziel, die eine Vorgabe zu finden, an der sich alle orientieren sollen. Das synodale Verst\u00e4ndnis von Kirche setzt wesentlich beim Glaubenssinn der Getauften an und vertraut auf die F\u00e4higkeit der Christinnen und Christen vor Ort, die richtigen L\u00f6sungen f\u00fcr die eigene Gemeinschaft zu finden. Vor Ort in den Pfarreien gilt es, die Zeichen der Zeit zu erkennen, lebendige Beziehungen zu den Menschen zu kn\u00fcpfen und eine Organisationsform zu finden, die diesen lebendigen Beziehungen dient. Die kirchliche Organisation dient der lebendigen Beziehung zu den Menschen, die aus dem Glauben an Jesus Christus entsteht und missionarisches Zeugnis seiner Liebe ist. So liegt es wesentlich in der Hand der getauften Christinnen und Christen vor Ort, sich eine Organisation und Arbeitsweise zu geben, die diesem Auftrag dient. Die Seelsorgeeinheit, das Dekanat, die di\u00f6zesane Ebene: all diese \u00fcbergeordneten Strukturen stehen im Dienst der Gemeinschaft vor Ort, um sie zu unterst\u00fctzen, zu vernetzen und zu begleiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Gemeinsam getragene Entscheidungen in den Pfarreien<\/strong><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Ein konkretes Thema, das auf alle Pfarreien in diesem Jahr zukommt, kann diesen Punkt verdeutlichen. Am 25. Oktober 2026 werden in unserer Di\u00f6zese die pfarrlichen Gremien neu bestellt. Dabei machen wir die Erfahrung: auch der Pfarrgemeinderat, den es in unserer Di\u00f6zese seit etwas mehr als 50 Jahren gibt, muss sich den Ver\u00e4nderungen stellen, die sich in Kirche und Gesellschaft vollziehen. Kann man noch von \u201ePfarrgemeinderatswahlen\u201c sprechen, wenn ca. zwei Drittel der Pfarreien gerade mal so viele Kandidaten finden, wie es Pl\u00e4tze im Pfarrgemeinderat gibt? Was hei\u00dft es, dass der Pfarrgemeinderat den Pfarrer in seiner Amtsf\u00fchrung ber\u00e4t und unterst\u00fctzt, wenn gerade noch 70 von 281 Pfarreien einen residierenden Pfarrer haben? Was passiert, wenn eine Pfarrei nicht mehr gen\u00fcgend Mitarbeitende findet, um zumindest ein Pastoralteam von drei bis f\u00fcnf Personen aufzustellen?<\/p>\n<p>In unserer bisherigen Arbeitsweise h\u00e4tten wir auf der di\u00f6zesanen Ebene versucht, eine einheitliche, f\u00fcr alle g\u00fcltige Antwort auf diese Fragen zu geben. Jetzt sagen wir: die Antworten auf diese Fragen sind vor Ort in einem synodalen Prozess zu finden. Anstatt einheitliche L\u00f6sungen vorzugeben ist es heute Aufgabe des bisch\u00f6flichen Ordinariats, M\u00f6glichkeiten und Optionen aufzuzeigen und die Ortsebene in ihrer Entscheidungsfindung zu unterst\u00fctzen. Wesentlich ist dabei auch die gegenseitige Unterst\u00fctzung und Beratung der Pfarreien innerhalb einer Seelsorgeeinheit. Dass wir stark in Beziehung sind, bedeutet auch, dass die gemeinsame Verantwortung nicht bei den Pfarrgrenzen endet, sondern einen weiteren Blick hat. Die Entscheidung \u00fcber die Zukunft einer Pfarrei, \u00fcber m\u00f6gliche Kooperationen oder gar Zusammenlegungen von Pfarreien ist kein Alleingang, sondern ein Prozess, der gemeinsam in der solidarischen Gemeinschaft der Seelsorgeeinheit gestaltet wird. Das Ordinariat \u2013 in diesem Fall das Seelsorgeamt \u2013 hat die Aufgabe, diesen Prozess zu unterst\u00fctzen und zu begleiten, damit vor Ort die je eigenen L\u00f6sungen gefunden und getragen werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Reform des bisch\u00f6flichen Ordinariats<\/strong><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Damit dies gelingen kann, braucht es auch eine Reform des bisch\u00f6flichen Ordinariates. Wie die Pfarreien und Seelsorgeeinheiten muss sich auch das Ordinariat auf die ver\u00e4nderte Realit\u00e4t einstellen und sich fragen, wie die Beziehungen zur Ortsebene gestaltet werden k\u00f6nnen, damit die Ver\u00e4nderung vor Ort bestm\u00f6glich unterst\u00fctzt und begleitet werden kann. Dieser Prozess ist bereits auf den Weg gebracht und wird ein wichtiger Schwerpunkt in diesem Arbeitsjahr sein. In diesen Prozess des H\u00f6rens und des Unterscheidens sind alle Mitarbeitenden der pastoralen \u00c4mter des Ordinariates gleichberechtigt mit einbezogen. Gemeinsam werden wir der Frage nachgehen, wie die pastoralen \u00c4mter aufgestellt werden k\u00f6nnen, damit sie die Ver\u00e4nderungen auf der Ortsebene in den Pfarreien und Seelsorgeeinheiten bestm\u00f6glich unterst\u00fctzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr diesen Prozess ist der Beitrag der Frauen und M\u00e4nner, der Diakone und Priester, der Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen in der Seelsorge vor Ort zentral. Durch den synodalen Weg der letzten Jahre konnten wir bereits viele Erkenntnisse sammeln, die in diesem Prozess einflie\u00dfen werden. Ich m\u00f6chte Sie heute bitten, in den Arbeitsgruppen, die in K\u00fcrze beginnen werden, einen weiteren Beitrag zur Reform des Ordinariates zu geben. Ich bitte Sie, von konkreten Erfahrungen zu berichten. Wo haben sie die Arbeit des bisch\u00f6flichen Ordinariates f\u00fcr ihren eigenen Dienst als hilfreich empfunden? Wo haben sie negative Erfahrungen gemacht? Wo h\u00e4tten Sie sich konkrete Hilfe und Unterst\u00fctzung gew\u00fcnscht? Wann haben sie Hilfe und Unterst\u00fctzung gesp\u00fcrt? Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordinariates werden ihnen in den Arbeitsgruppen helfen, diese Erfahrungswerte zu sammeln und zu organisieren. Die Ergebnisse aus den Gruppen werden wir in einem Gespr\u00e4ch hier im Plenum dann weiter vertiefen. Ich freue mich auf ihre Berichte und Erz\u00e4hlungen \u2013 sie sind eine wichtige Grundlage f\u00fcr die Arbeit an der Kurienreform.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Pilger und Pilgerinnen der Hoffnung \u2013 offen f\u00fcr Gottes Geist<\/strong><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Eines der wichtigsten Bilder f\u00fcr die Kirche im zweiten Vatikanischen Konzil ist das Bild des pilgernden Gottesvolkes. Wie das Volk Israel ist die Kirche heute oft unterwegs in der W\u00fcste auf der Suche nach dem gelobten Land. Gerade in diesem heiligen Jahr werden wir daran erinnert: als Glieder der Kirche sind wir Pilgerinnen und Pilger der Hoffnung, auch wenn uns manchmal auch der Mut verl\u00e4sst und wir meinen, rund herum nur W\u00fcste zu sehen. Gott l\u00e4dt uns ein, Schritt f\u00fcr Schritt unterwegs zu bleiben, mit offenen Augen, offenen Ohren und offenem Herzen f\u00fcr das, was er uns schenkt. Hoffnung ist ein Weg, auf dem wir uns von Gottes Geist leiten lassen \u2013 oft mit unerwarteten Wendungen, durch Begegnungen, die uns \u00fcberraschen, durch Herausforderungen, die uns wachsen lassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Grundlage all unseres Tuns muss das H\u00f6ren auf Gottes Geist bleiben. Er wirkt nicht zuerst in unseren Strategien und Pl\u00e4ne, sondern in den unerwarteten Ereignissen, in den geschenkten Begegnungen, in Momenten der Beziehung, die uns \u00fcberraschen und ver\u00e4ndern. Alle Ver\u00e4nderungen, die uns heute herausfordern und manchmal auch \u00fcberfordern, sind letztlich eine Einladung Gottes: Beziehungen zu erneuern \u2013 zu ihm und zu den Menschen. Darin liegt die Kraft, die uns ver\u00e4ndert: getragen vom Gebet, stark im H\u00f6ren, freudig bei den Menschen. Synodalit\u00e4t ist keine Organisationsform, sondern eine Haltung: ein Gehen miteinander, in dem niemand ausgeschlossen ist. Pilger und Pilgerinnen der Hoffnung zu sein bedeutet, in allem offen zu bleiben f\u00fcr Gottes Wirken, die Wirklichkeit ernst zu nehmen und sich zugleich von der Freude tragen zu lassen, aus der die Begegnung mit Gott und den Menschen w\u00e4chst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dank<\/strong><\/p>\n<p>Lieber Generalvikar Eugen, liebe Mitbr\u00fcder im priesterlichen und diakonalen Dienst, liebe Ordensleute, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den verschiedenen Bereichen der Seelsorge, ich bitte darum, dass wir den Weg gemeinsam weitergehen \u2013 unter dem Wort Gottes und auch untereinander verbunden durch einen ehrlichen, offenen und konstruktiven Dialog. Die gegenw\u00e4rtigen Diskussionen und Auseinandersetzungen k\u00f6nnen, wenn wir sie in der Haltung des Evangeliums und mit evangeliumsgem\u00e4\u00dfen Methoden zu meistern versuchen, durchaus einen Prozess des Wachstums, der Ehrlichkeit und der Wahrhaftigkeit in unseren Beziehungen f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Mein besonderer Dank gilt allen, die am Beginn dieses neuen Arbeitsjahres einen Auftrag oder einen Dienst abgegeben und zur\u00fcckgelegt haben. Gerade bei Personalver\u00e4nderungen erleben wir in unserer Di\u00f6zese eine immer gr\u00f6\u00dfere Not und Verletzlichkeit und auch viele Fragen und offene Baustellen, die damit verbunden sind.<\/p>\n<p>Allen, die eine neue Aufgabe \u00fcbernommen haben in unseren Pfarreien und Seelsorgeeinheiten und in verschiedenen Bereichen der Seelsorge w\u00fcnsche ich, dass wir uns gegenseitig st\u00fctzen, helfen, ermutigen und zur Seite stehen.<\/p>\n<p>Mein Dank gilt dem Seelsorgeamtsleiter Reinhard Demetz, der mit seinem Team die Hauptverantwortung f\u00fcr diese Pastoraltagung tr\u00e4gt \u2013 in der Vorbereitung und in der Durchf\u00fchrung.<\/p>\n<p>Bei meinen h\u00e4ufigen Fahrten zwischen Bozen und Brixen schenkt mir der Blick hinauf nach S\u00e4ben immer auch Mut: Dreimal im Laufe ihrer langen Geschichte hat unsere Di\u00f6zese ihren Namen gewechselt: S\u00e4ben, Brixen, Bozen \u2013 Brixen. Schon allein dieser Umstand zeigt, wie sehr Aufbruch, Umbruch, Ver\u00e4nderung, Tradition und Wandel, Kontinuit\u00e4t und Diskontinuit\u00e4t den Weg der Kirche durch die Geschichte immer pr\u00e4gen werden. Wir glauben an einen Gott, der in Jesus Christus selber \u201eGeschichte\u201c geworden ist. Deswegen ist unsere menschliche Geschichte nicht einfach ein anonymes, blindes, banales und oft sogar widerspr\u00fcchliches und grausames Aufeinanderfolgen von Ereignissen, sondern der Ort, an dem Menschen Gott begegnen k\u00f6nnen. Weil Christus \u201eGott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott\u201c ist, um es mit den Worten des Konzils von Niz\u00e4a zu sagen, die alle christlichen Kirchen verbinden, ist auch unsere Zeit eine Heilszeit: Daran halte ich mich fest, in Freude und Hoffnung \u2013 auch jetzt, unter schwierigen, aufgeregten und herausfordernden Vorzeichen f\u00fcr uns alle.<\/p>\n<p>Giulan, de gra, un sentito e cordiale grazie, vergelt\u00b4s Gott!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Foto: Di\u00f6zese\/Thomas Ohnewein<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/p>\r\n        <\/div>\r\n    <\/div>\r\n<\/div> ","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"author":9,"featured_media":0,"parent":0,"menu_order":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"_acf_changed":false,"footnotes":""},"class_list":["post-1067","page","type-page","status-publish","hentry"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/sonntagsblatt.it\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1067","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/sonntagsblatt.it\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/sonntagsblatt.it\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sonntagsblatt.it\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/9"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/sonntagsblatt.it\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1067"}],"version-history":[{"count":111,"href":"https:\/\/sonntagsblatt.it\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1067\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":6674,"href":"https:\/\/sonntagsblatt.it\/de\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/1067\/revisions\/6674"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/sonntagsblatt.it\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1067"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}